Das alternative Heimatbuch

Aktivitäten und Aktuelles

Hier finden Sie so Einiges, was der Verein in den letzten Jahren gemacht hat bzw. was zur Zeit gemacht wird.

"9. Marpinger Mühlengespräche - Lieder gegen das Vergessen"

Liebe Leser(innen) dieser Zeilen, am 08. Mai 2018 ist es wieder soweit. Am Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus, der sich zum 73. Mal jährt, gehen unsere 9. "Marpinger Mühlengespräche" über die Bühne. Dieses Mal mit "Liedern gegen das Vergessen - Heimweh, Hoffnung, Todesangst". Zusammen mit der Gemeinde und der evangelischen Kirchengemeinde St. Wendel präsentieren wir den Liedermacher Uli Valnion. Sein Programm enthält Lieder und Texte aus den Konzentrationslagern, traditionelle Lieder gegen den Krieg, aber auch eigene Texte und Melodien. Zwischen den Liedern gibt es Informationen und Anmerkungen zur Entstehung der Texte und ihren Verfassern. "Heimweh, Hoffnung, Todesangst" ist dennoch kein reines Liederprogramm. Die Geschichte der Kinder vom Bullenhuser Damm in Hamburg wird von Uli Valnion genauso intensiv und eindringlich erzählt wie die Geschichte des Zirkus Konzentraziani aus dem KZ Börgermoor. Bilder komplettieren den Vortrag. Auch bei diesem ernsten Thema vergisst der Liedermacher nicht, das Publikum einzubeziehen. Also bitte vormerken:

Lieder gegen das Vergessen
Dienstag, 08. Mai 2018, 19.00 Uhr,
Kulturzentrum "Alte Mühle", Schafbrücke 7, 66646 Marpingen

Am 9. November 2016 wird unser Verein zusammen mit der Stadt und dem Landkreis St. Wendel am Standort der ehemaligen Synagoge in der Kreisstadt St. Wendel, Kelsweilerstraße 13, eine Erinnerungsstele an das jüdische Gotteshaus einweihen. Sie soll die seit 1981 am Nachbarhaus angebrachte Erinnerungstafel ergänzen. Diese Tafel mit ihrem verharmlosenden Text ist nahezu unsichtbar am Giebel des dort heute stehenden Hauses in mehr als 3 m Höhe angebracht und wurde und wird so gut wie nicht wahrgenommen. Die neue 1,6 m hohe Stele wird nun direkt unübersehbar am Rande des Bürgersteiges platziert. Sie zeigt neben dem Davidsstern auch ein Abbild der Synagoge und der darunter angefügte Text bezeugt, dass das Verbechen unter den Augen einer großen Menschenmenge von einheimischen Tätern begangen wurde.
Der einheimische Bildhauer und Künstler Egon Dewes aus Marpingen hat die Stele in unserem Auftrag angefertigt. Die Stadt und der Landkreis St. Wendel unterstützen die Aufstellung. Die heutigen Grundstückseigentümer haben den benötigten Platz zur Verfügung gestellt.
Der Text der Inschrift lautet:

„AN DIESER STELLE STAND DIE ST. WENDELER
                             SYNAGOGE.

GEWEIHT IM DEZEMBER 1902, WURDE SIE
AM ABEND DES 10. NOVEMBER 1938 UNTER
DEN AUGEN EINER GROSSEN MENSCHENMENGE
VON EINHEIMISCHEN TÄTERN ENTWEIHT
UND IN BRAND GESTECKT
Mindestens 34 Jüdische Kinder, 
Frauen und Männer aus St. Wendel
wurden in den Jahren 1940 - 1945 im Zuge 
der Schoah deportiert und ermordet.

                 Seid wachsam!
Lasst es nicht wieder geschehen!

9. November 2016
Verein "Wider das Vergessen und gegen Rassismus"
Stadt St. Wendel
Landkreis St. Wendel

Dienstag, 19.04.2016,
14.30 - 18.00 Uhr
Hotel Angels, Am Fruchtmarkt 5-9
666606 St. Wendel

  • Vorstellung der Broschüre "Gegen das Vergessen"
  • Einbindung in den historischen Kontext der Zeit des Nationalsozialismus an der Saar
  • Stadtführung zum Thema "Jüdisches Leben in der Kreisstadt St. Wendel in den 1930er Jahren"
  • Referenten:
    Eberhard Wagner, OStR a.D., Verein "Wider das Vergessen und gegen Rassismus"
    Wolfgang Johann, MA, "Aktion 3. Welt Saar"
  • LPM-Nr.: A4.133-1056
  • Anmeldungen unter Angabe der LPM-Nr. erbeten an:
    Landesinstitut für Pädagogig und Medien (LPM),
    Beethovenstraße 26
    66125 Saarbrücken-Dudweiler
    Tel.: 06897-7908-0
    Fax: 06897-7908-122
    E-Mail: lpm(at)lpm.uni-sb.de

Am Sonntag, dem 24. Januar 2016, beging der Verein nunmehr zum 20. Mal den Nationalen Gedenktag an die Opfer der Naziverbrechen. Zahlreiche Teilnehmer(innen) konnte der Vorsitzende begrüßen. Besucher(innen) 27.01.2016

Unter ihnen die Staatssekretärin im Justizministerium, Dr. Anke Morsch, die Landtagsabgeordneten Dr. Magnus Jung, Herrmann Scharf und Karl Rauber sowie den ersten Beigeordneten der Gemeinde Marpingen, Volker Weber, und den stellvertretenden Ortsvorsteher von Urexweiler, Markus Barrois.

 Erinnerung an die Pogromnacht vom 9. November 1938

Zum 7. Mal gestaltete der Verein zusammen mit dem Landkreis St. Wendel die Gedenkstunde zur Erinnerung an die Reichspogromnacht. Am 9. November 1938 schändeten Nazis und ihre Spießgesellen deutschlandweit mehr als 1400 Synagogen und jüdische Bethäuser. 91 jüdische Deutsche wurde in diesen Tagen selbst ermordet und über 800 fanden in Folge ihrer Inhaftierung in KZs den Tod. In der Kreisstadt St. Wendel stand die Synagoge in der Kelsweilerstraße 13. Dort legten der Vorsitzende des Vereins, Eberhard Wagner, und Landrat Udo Recktenwald im Beisein von mehr als 50 Teilnehmer(innen) einen Kranz nieder. Zum ersten Mal war auch der Bürgermeister der Stadt St. Wendel, Herr Peter Klär,  anwesend. Der Landrat zeigte sich erfreut, dass sich im Kreis St. Wendel eine nachhaltige Erinnerungskultur etabliert habe und neben der Erinnerung an diesen schändlichsten Tag in der deutschen Geschichte auch am 27. Januar, dem nationalen Gedenktag an die Opfer der Nazi-Verbrechen, eine Kreisveranstaltung durchgeführt werde. Darüber hinaus gebe es mittlerweile viele Erinnerungsorte, die an die Verbrechen der Nazis im Kreis St. Wendel erinnerten. Der Vereinsvorsitzende wies darauf hin, dass schon 1933 und 1934, als das damalige Saargebiet noch nicht unter der Herrschaft der Nationalsozialisten stand, im Kreis St. Wendel vielfach über die jüdische Bevölkerung gehetzt wurde und jüdische Deutsche aufs Übelste diskriminiert und beschimpft wurden. Wagner zeigte Parallelen zur heutigen Zeit auf, wo AFD, Pegida und NPD meist ungestraft Kriegsflüchtlinge und Hilfesuchende in menschenverachtender Weise verleumden und beleidigen würden. Damals brannten die Synagogen und heute würden Flüchtlingsheime brennen. "Wir müssen aufpassen, dass wir nicht wieder in die Barbarei von damals zurückfallen", sagte Wagner zum Schluss seiner Ansprache.